Südafrika – der Traum meines Lebens

Reisebericht

Los geht’s, doch der Reihe nach.

Die “Löwen-Story” reißt mich immer wieder aus der Realität. Nach einem langen Flug mit erstaunlich wenig Turbulenzen habe ich mich an einem Airline Coffee versucht. Die Früchte mit dem Joghurt waren immerhin ganz lecker, auf das Rührei habe ich verzichtet, denn ich freue mich bereits auf das leckere Essen in Kapstadt.

Noch 1 Stunde und wir landen in Kapstadt.

Ich drücke mich ganz fest ans Fenster. Schaue nach vorne, ganz weit entfernt glitzert das Meer. Wo ist Table Mountain, dieses grandiose Wahrzeichen der Stadt, welches mächtig und doch so klein, am Rande der Stadt über 1000 m emporragt, die Stadt zwischen sich und den Atlantik fast winzig erscheinen lässt. Diese Metropole aus Staub und Hitze, Glitzer und Elend, tosend laut und doch sanft.

Wie oft habe ich früher schon als Kind einen Atlas zur Hand genommen und bin mit dem Finger auf der Landkarte gen Süden geflogen, übers Mittelmeer, die riesige Sahara, vorüber am Nil bis, ja bis ganz in den Süden Afrikas.

Cape Town, wie oft habe ich damals, als Jugendlicher und junger Erwachsener in den Nachrichten gesehen, wie Menschen von der Rassen- Polizei vor sich hergetrieben, geschlagen wurden, wie oft habe ich mich gefragt:Was müssen das nur für Menschen sein, was für Monster, die so etwas tun?

Was müssen all diese Kinder empfinden so alt wie die Meinen, keine Schule, kein Spielplatz, Schuhe mit Löchern, zerrissene T-Shirts, hungrig, kein Lachen in den Augen.

Ich war wütend damals, und traurig und hilflos.

Eines Tages , eines Tages vielleicht würde ich dort hinfliegen, und vielleicht wäre es dann ein anderes Land? Vielleicht kein Hunger mehr, keine Verzweiflung, keine Tränen in den kleinen großen Kinderaugen. Ich wollte dorthin.

Kinderaugen lachen sehen.

Auch ich, auch ich, war damals traurig und wütend. Ich wollte dorthin; irgendwann einmal.

„Meine Damen und Herren, wir bitten Sie, Ihre Sitzplätze wieder einzunehmen und sich anzuschnallen. Wir beginnen in wenigen Augenblicken mit unserem Landeanflug auf Kapstadt.“

Das Flugzeug macht eine Linkskurve und plötzlich, plötzlich ist er da, mächtig,  triumphierend, direkt vor meinem Fenster, über der Stadt:  Der Tafelberg.

Ich kann ihn sehen, spüren, es scheint, als könnte ich ihn berühren.

Fast 40 Jahre, nachdem ich zum ersten Mal davon geträumt hatte (glaube ich jedenfalls) ist er endlich da und bald werde ich auf ihm stehen, auf dem Gipfel und einer meiner Träume von damals wird wahr, was für ein großartiges Gefühl.

Ein sanftes Vibrieren holt mich zurück in die Realität. Ich spüre, dass die Bremsen greifen, sehe Sonne, Berg und Himmel durch das kleine Flugzeugfenster und weiß plötzlich, ich bin da, ich bin hier.

Nach dem Aussteigen ging alles ganz schnell, die lange Warteschlange am Einreiseschalter. Ich sage, wo ich herkomme, dass ich Tourist bin, mich freue, dass ich da bin, lächle den Beamten übertrieben an und bin-angekommen. Mein Gepäck kommt sofort. Alles ist da.

Ich passiere unbehelligt den Zoll, zwei Schiebetüren öffnen sich, laute Musik. Menschen, Abholschilder, Taxifahrer rufen ihre Angebote, Telefongesellschaften buhlen um Ankömmlinge und ehe ich mich versehe, stehe ich vor dem Schild mit dem Namen meines Reiseveranstalters. Ich bin in Kapstadt.

Peter Kirsten

Südafrika Reiseleiter

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